2020-05-12 Zuschrift Stefanie und Philipp Oswald

Liebe Frau Dr. Gutzmann,

dass ein Block 1 unserer Gartenkolonie für die Erweiterung einer Schule weichen soll, erfüllt uns mit sehr großer Traurigkeit – und WUT. Natürlich sollten soziale Belange, wie der Ausbau einer Schule von der Allgemeinheit gefördert werden und niemand möchte sich einer Schulerweiterung entgegenstellen. Trotzdem sollten dringend alle alternativen Standorte diskutiert werden – denn Gartenland zu bebauen scheint uns – auch angesichts all der umweltpolitischen und gesellschaftlichen Diskussionen, die wir seit Jahrzehnten führen – abwegig: Alle in der Stadt lebenden Menschen benötigen Erholungsflächen, benötigen gerade angesichts des Klimawandels grüne, kühlende Flächen – ökologisch wertvollere Flächen als Gärten gibt es nicht: Sie garantieren Artenvielfalt, sie speichern Wasser, verbessern das Mikroklima, dienen als soziale Regenerationsräume, in denen sich nicht nur die Gartenbesitzer, sondern auch viele AnwohnerInnen begegnen. Und wie haben wir uns am vergangenen Wochenende gefreut, als wir gemeinsam mit Freunden in unserer Parzelle einen seltenen und von der Bundsartenschutzverordnung als besonders schützenswert eingestuften Nashornkäfer (Oryctes nasicornis) gesichtet haben.

Es scheint uns völlig absurd und intolerabel, dass ausgerechnet eine Schule, die sich mit Wangari-Maathai-Internationale Schule nach einer kenianischen Umweltaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin benennt, geradezu dreist und ohne demokratische Abwägungsprozesse Kleingärten zur Bebauung aneignen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie und Philipp O.

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